Samstag, 21. August 2010

Erinnerungen an den Weltjugendtag 2005 -Teil 3-

Samstag, 20. August 2005

Nun haben wir schon eine Woche mit den Pilgern verbracht. Am morgen gibt es eine Verabschiedung in der Kirche, danach brechen die Pilger auf zum Marienfeld und wir gehen nach Hause. Dort empfängt uns eine eigenartige Stimmung, die uns auch beim Einkauf weiter begleitet. Im Aldi trifft man noch auf vereinzelte Pilger, die sich noch mit ein paar Vorräten eindecken. Hm, und wir? Wir? Sollen wir nicht mehr dazu gehören? Einfach nur Gastgeber, Zimmerservice gewesen sein? War das jetzt alles? Wir überlegen. Im Dorf stehen die Pendelbusse. Sollen wir vielleicht doch? Hm? Am frühen Nachmittag halten wir es dann nicht mehr aus, wir präparieren den Buggy, packen einen Rucksack und eilen zu den Bussen. Dort führen wir ein nettes Gespräch mit dem Busfahrer, der nun schon einige Male gependelt war. Die Busse kommen nicht besonders nah ans Marienfeld ran, man muss noch ein großes Stück zu Fuß marschieren. Von der Mitnahme des Kleinkinds inclusive Buggy wird uns abgeraten. Enttäuscht ziehen wir wieder ab. Unterwegs haben wir eine Idee und zu Hause fragen wir die Oma, ob das Kleinkind nicht vielleicht bei ihr bleiben könnte und wir allein fahren könnten. Nagut, es klappt, das Großkind kommt ja auch später wieder nach Hause und kann Oma dann beim Babysitten helfen.

Wir packen den fertigen Rucksack und zusätzlich noch eine Isomatte, einen Schlafsack und die Regenjacken auf die Räder und schon geht es los. Das Großkind kommt mit der Freundin die Ecke rum und staunt nicht schlecht. Vorbei geht es an den Bussen, wir winken dem Busfahrer und treten kräftig in die Pedale in Richtung Marienfeld. So viel bin ich lange nicht gefahren, aber wir kommen recht zügig voran. Immer wieder treffen wir auch Menschen mit dem gleichen Ziel.
Gegen halb acht ist das Marienfeld in Sicht, wir versuchen an einen Eingang zu kommen. Nein hier kommen wir nicht rein, hier ist nur für echte Pilger, Fußvolk bitte hinten einen anderen Eingang benutzen. Ob Eintrittsgeld für Fußvolk geplant war, weiß ich nun nicht mehr. Also wieder auf die Räder, einen anderen Eingang suchen. Die Polizei riegelt den Weg ab. Na toll und jetzt? Gleich acht Uhr, bald soll es doch losgehen. Wir entscheiden uns die Räder quer übers Feld wieder Richtung Marienfeld zu schieben. Wir kommen an eine größere Zufahrtsstraße, wieder alles abgesperrt. Aber wir sind schon ganz nah! Gut gelaunt machen wir schon mal ein paar Fotos. Dann wieder Polizei, ein Auto, noch ein Auto und schwupps eh man es wirklich realisiert hat, war auch schon der Papst mit winkender Hand an uns vorbei gefahren.
Die Straße wird wieder freigegeben und wir können weiter fahren. Irgendwo ganz hinten finden wir einen geeigneten Platz um die Räder abzustellen. Hier gibt es auch keinen richtigen Eingang mehr. Wir werden nicht kontrolliert, können einfach auf den Platz. Nun sind wir da. Menschenmengen laufen umher, wir sind ein bisschen orientierungslos und versuchen weiter nach vorne zu kommen. Und wen sieht mein Mann zwischen all den Leuten? Einen unserer Pilger. Die Freude ist natürlich groß und wir werden mitgenommen zum Feld auf dem sich die ganze Gruppe befindet. Dort werden wir wie Familienmitglieder willkommen geheißen, was für eine Freude, sich doch noch einmal wieder zu sehen und miteinander die Vigil zu feiern. Was dann auch wirklich ein besonderes Erlebnis war.

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Noch immer klingen die Lieder nach, lassen die Stimmung wieder wach werden. Schlafsack und Isomatte konnte man bei der großen Luftfeuchtigkeit gut brauchen. Nach Mitternacht hieß es dann Abschied nehmen und nun ging es durch den Wald wieder Richtung nach Hause, die Lieder des WJT auf den Lippen, bis wir zu Hause völlig erschöpft aber glücklich in die Betten fallen.

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