hätte ich in den 30ern meinen Beruf ausgeübt, wäre dieses Kontenbuch sicher auch eins meiner Hauptarbeitsutensilien gewesen. Gewiss hätte ich dann auch immer brav Ärmelschoner getragen und alle Eintragungen ins Kontenbuch oder ins Amerikanische Journal fein säuberlich mit Feder und Tinte vorgenommen. Und dazu noch Kopfrechnen!
Wie hat sich doch alles in den rund 70 Jahren danach geändert.
Um zu verstehen wie Buchhaltung funktioniert habe ich in meiner Ausbildungszeit in den 80ern noch das Arbeiten mir dem Amerikanischen Journal gelernt, obwohl es damals für Buchhalter schon Erfassungsgeräte mit Kassettenspeicherung gab. Über die Lochstreifen waren wir da schon hinaus. Die Kassetten wurden in ein Rechenzentrum geschickt und alle Auswertungen kamen mit der Post zurück.
"Oh seht mal, diese wunderschöne Summen- und Saldenliste, oder diese toll abgestimmte OPOS-Liste" geht einfach nicht.
Daher zeige ich Dir heute dieses wunderschöne alte Kontenbuch. Mein Kölner Großvater hatte seine Werkstatt unter dem Ehrenfelder Bahnhof (ja, gleich da wo der Leuchtturm steht). Der Vormieter hatte wohl wenig Lust gehabt das schwere Buch mitzunehmen, vielleicht war es nach dem Krieg auch nicht mehr wichtig. Und so blieb es ewige Zeiten dort in der Werkstatt, bis es irgendwann den Weg zu uns nach Hause fand.








